Blog-Texte
Und hier ist unser aktueller Rundbrief:
Dies ist der Rundbrief für April 2026
Liebe Leserin, liebe Leser
"Dich selbst gut begleiten - in turbulenten Zeiten"
So wünsche Euch erfüllende Tage und grüße Euch sehr von Herzen!
Vor Jahren sagte ich einem guten Freund - ich bin in einem starken inneren Prozess und Erforschen. Er meinte: "Ach, nichts Neues, das bist du doch immer!"
Er hatte schon recht... Wenn wir wach und sensitiv und engagiert mit dem Leben umgehen, dann fühlt sich oft vieles an wie ein intensives Erforschen, eine leidenschaftliche Begegnung mit uns selbst und dem Leben.
Heute erleben sicher viele von uns diese Tage als turbulent, oder herausfordernd oder auch unsicher bis angsteinflössend. Das kann unser ganz persönliches Leben betreffen oder die Familie, die Beziehungen, die Kinder, gesellschaftliche Entwicklungen, Arbeit und Wirtschaft und auch das globalere Weltgeschehen.
Dazu frage ich mich oft - haben Menschen das nicht immer so empfunden? - Ich will das, was heute geschieht nicht nivellieren oder über die Not der Betroffenen hinwegsehen. Nur ahne ich, dass wir Menschen stets dazu neigen unser Leben als intensiv, oft eben unsicher, weil wir ja nicht wissen, was sich entwickeln wird, wie auch herausfordernd zu erleben.
In dieser Art von Leben, von "in der Welt sein", was ja heute auch gilt, sind wir gut beraten, mit uns selbst hilfreich umzugehen. In all unserem Erleben sind wir selbst, bist Du der Ankerpunkt Deines Fühlens, Daseins, Wirkens, Liebens, Deiner Entwicklung.
Der historische Buddha sagt - dass es kein Wesen im ganzen Universum gibt, das mehr Mitgefühl und Aufmerksamkeit verdient hat, als Du selbst.
Und ebenso in der christlichen Tradition können wir die prägnante Übersetzung von Martin Buber finden: "Du sollst den Menschen mit dir nur in dem Maße lieben, wie du dich selbst zu lieben vermagst." Diese Deutlichkeit zeigt, wie wir die erste Adresse unserer Zuwendung und Übung sind.
Wir sind allerdings oft auch - unser schwierigste Schülerin, unser schwierigster Schüler!
Was heißt es dann sich selbst gut zu begleiten?
Aus meiner Erfahrung bedeutet es, sich Zeiten des nur für Dich zu nehmen - Dich von der Welt-Verantwortung zu beurlauben in gewissen Zeiten. Die Tradition nennt das Retreat-Zeiten. Sie sind aber nicht an formale Retreats oder Kurse gebunden. Es ist eine Weisheit der Alltags-Bewältigung!
Des Weiteren können wir lernen uns selbst so mitfühlend und wertschätzend zu behandeln, wie wir den liebsten Menschen unterstützen würden. Stell Dir vor, Dein eigenes Kind, Deine Tochter, Dein Sohn, oder Deine Gefährtin / Dein Gefährte, Deine beste und nächste Freundin oder Freund...
Wie würdest Du Dich diesem Menschen zuwenden? - Kannst Du das auch Dir zukommen lassen? - Kannst Du mit Dir intim sein, ohne davonzulaufen? Bist Du es Dir Wert Zeit mit Dir zu verbringen?
Ich finde sehr wesentlich dass wir sehen und fühlen, dass unsere eigene Entwicklung ein Aspekt der Entfaltung der Menschheitsfamilie, des Lebens selbst, der Evolution ist. "In unseren Zellen wandeln sich Erde und Himmel." - Wie wärs damit?
Noch ein Punkt kommt mir dazu:
Gib Dir Raum, Deinen Weg zu gehen! Warte auf Dich, bis Du bereit bist. Drängle Dich nicht - und halte Dich nicht fest - beides ist wichtig. Gib Dir Raum neue Wege zu gehen, ungewohnte, unbekannte. Lass im Weg sich Dein Wesen entfalten - erkenne im Gehen Schritt für Schritt, wer Du eigentlich bist...!
Wenn wir das mit uns selbst gut können, können wir in der Regel auch andere Menschen gut unterstützen. Und umgekehrt. So verschieden sind wir nicht.
Für mich ist das ein fruchtbares und sinnerfülltes Tun, das nicht von den Tagesnachrichten abhängt, zugleich aber auch mitten in dieser Welt und im Alltag - alle Tage unseres Lebens - möglich ist.
In diesem Sinne wünsche ich Euch erfüllte und lebendige Tage, wie die Widerstandkraft des Lebens entgegen allen "Unkenrufen der Geschichte" sich entfalten kann.
Satnam Paulus-Thomas Weber
Worte für unterwegs:
"Ich bin nicht Ich.
Ich bin jene(r) der an meiner Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke,
den ich oft besuche,
und die ich oft vergesse.
Jene, die ruhig schweigt, wenn ich spreche,
die sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse,
die umherschweift, wo ich nicht bin,
der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe."
(Juan Ramon Jimenez)
