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Dies ist der Rundbrief für September 2026

Liebe Leserin, liebe Leser


"Eine Kultur der Begegnung"

Die Unkultur so mancher globaler und politischer Landschaften und Dialoge zwischen Menschen, können die meisten von uns nur schwer beeinflussen oder verbessern.

Was wir aber leben können ist immer wieder - ein sinnerfülltes für uns selbst überzeugendes und so gesehen authentisches menschliches Dasein mitten in dieser Gesellschaft, Welt, Weltstunde, so wie sie eben sind. Ich stelle mir vor, dass aus der Perspektive der alten Pilgerinnen und Pilger des inneren Reifungsweges, sei es zur Zeit des Buddha, sei es wann anders, die äußeren Situationen vielleicht ähnlich schwierig und undurchdringlich erschienen, wie uns unsere heutige Zeit...

Wie auch immer - ich mag mich mit Dir, mit Euch auf den Weg machen und ein paar Tore öffnen für einen lebendigen, wertschätzenden und unterstützenden Umgang miteinander, für eine Kultur der Begegnung von Mensch zu Mensch, von Du und Ich.

Ein erster grundlegender Weg ist, die Entlastung, dass wir einander nicht "verbessern" müssen und auch nicht können. Wandlung kommt von innen letztlich. Wir können aber einander Raum geben, ganz verschieden zu sein. "Ich gelobe Verschiedenheit zu sein." Sagt Bernie Glasman, der verstorbene Zenmeister, der auch in Auschwitz Retreats hielt. Das ist die Antwort auf unterdrückende Systeme, auch in uns selbst im kleinen Alltag. Wie leicht haben wir die Tenzdenz zu meinen, wenn Du nur das tätest, was ich denke dass es für Dich gut wäre - wärs gut...

Einander Raum geben, ganz verschieden zu sein: Staunend offen zu sein für das Wunder des Lebens, das sich in Dir so anders, so überraschend so herausfordernd für mich zeigt...!

Das zweite Tor ist, dass wir durch alle Form und Biographie und Verschiedenheit hindurchschauen lernen in die Essenz - in die Gegenwart des Seins, des Großen Lebens, des Göttlichen in Dir und mir und allen von uns. Uns zu verlieben in die innerste Essenz des / der anderen. Wir schauen die erwachte Natur, Dein wahres Wesen - auch während Du vielleicht alle möglichen eigenartigen Dinge tust oder sagst... In der Reife ist dies eine meisterlich zu nennende Fähigkeit, dies zu vermögen.

Wir können immer auch voneinander lernen - bereit sein von Dir zu lernen bedeutet, dass ich mich nicht über Dich stelle, dass ich die Begegnung mit Dir als Chance auch für mich und nicht nur als schwierige Beziehung ansehe und verstehe. Was will das Leben mir sagen durch Dich, auch durch Deine ungehobelten Seiten...? Aber auch durch Deine durch Dich hindurch erklingende Weisheit und Liebe ? Das ist die Drei.

Dann können wir in einem vierten Zugang einander Feedback geben - wir bleiben im Kontakt, mit allem Raum lassen und Freiheit. Ich kann Dir sagen, was ich fühle, wenn Du das und das tust oder sagst. Es kann meine Begegnungs-Verpflichtung für Dich sein, dass ich Dir das sage, und nicht einfach alles "ertrage" - sondern für uns beide diese authentische Offenheit des Dialogs erschaffe.

Das ist nicht einfach - denn es kann leicht kippen hin zu einem "Verbesserungs-Projekt".

Zugleich ist es so wesentlich: Miteinander zu sprechen anstatt, wie wir es all zu leicht tun übereinander - also mit Dritten über Dich, die oder der Du nicht dabei bist. Aus meiner Sicht ist das eine der häufigsten und heftigsten Blockierungen für eine Kultur der Begegnung, dass wir ohne Dich unsere Meinung über Dich gemeinsam formen.

Daraus gilt es auszusteigen. Lasst uns miteinander sprechen. Was könnte auch politisch, global zwischen Völkern und Nationen möglich sein, wenn wir das mehr täten...?

Mit einem fünften Tor zur Begegnungs-Kultur kann ich Dich im Stil eines "Zwiegesprächs" fragen: Gibt es etwas, wie ich Dich unterstützen kann - gibt es etwas, das Du von mir brauchst ? Und im Gegenzug auch: Gibt es etwas was Du von mir genau nicht brauchst ?

Ich lasse mich also in Dienst nehmen von Deiner inneren Weisheit - wo es mich oder meine Fähigkeiten braucht, dass Du Deinen Weg der Entfaltung gehen kannst. Das heißt natürlich nicht, dass ich das immer geben muss - es heisst aber, dass ich offen bin Dich das zu fragen und es gut tut, das zu wissen. Meine Freiheit ist hier ebenso gerufen, wie die Deine.

In der Gefährten-Praxis fragen wir einander: "Kannst Du an meiner Seite wachsen ?" Diese uralte und so heutige Frage ist wie eine Summe der Begegnungs-Kultur. Können wir aneinander und miteinander wachsen, hilft uns unser einander angehören als Menschen - dass jede und jeder sich in die eigene Fülle, in die je verschiedene "Selbst-Offenbarung" des Seins entfalten kann ?

Vielleicht sind wir darum hier - auf diesem Planeten Erde...

Mit dieser Spur wünsche ich Euch von Herzen gute Wege und lebendige inspirierende Begegnungen. Ich übe mich auch darin!

Satnam Paulus-Thomas Weber



Worte für unterwegs:

"Ich

weiß nicht besser

als Du,

was Du fühlst,

wer du bist

und was für Dich gut ist."

(Ruth C. Cohn)

















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