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Und hier ist unser aktueller Rundbrief:


Herzlich Willkommen zu unserem Rundbrief im Januar 2020!

Euch allen ein gutes und erfüllendes Neues Jahr 2020!

Sehr wünsche ich Euch Wachstum in dem, was Euch wesentlich ist - schöpferische Entfaltung in dem, was sich neu zeigen will durch Euch in dieser Welt.

Wir hatten ein wunderbares und kraftvolles Silvester-Retreat mit einer größeren Gruppe - und das war mein Beginn in das Neue Jahr - mit vielen anderen.
Wenn Ihr Lust habt in die Stimmung und die Teachings hineinzulauschen, dann sind diese jetzt auf unserer Webseite als Audio verfügbar (kostenfrei wie immer). Hier ist der Link:
Audios Silvester-Retreat 2019 - 2020

Einen mir wesentlichen Aspekt, der eine tiefe menschliche Bedeutung hat, mag ich aus meinem Erleben von Übergängen, die uns ja nicht nur zu bestimmten Jahreszeiten wie dieser betreffen, herausgreifen.

Dazu eine alte Zen-Geschichte:
Ein lernbegieriger Schüler kommt zu seinem Meister.
Dieser bietet ihm Tee an. Der Schüler willigt ein.
Der Meister gießt dem Schüler den Tee ein - bis die Tasse voll ist,
dann gießt er weiter und weiter - bis alles drumherum schwimmt...

Der Schüler schreit auf - Meister, seht Ihr nicht, dass alles überfließt?
Ja, entgegnet der Meister - genau so kommst Du zu mir:
Du bist voll mit Erwartungen, was ich dich lehren sollte, voll mit eigenen Konzepten, wie alles ist und suchst lediglich meine Bestätigung dazu.
Neues kann so nicht geschehen - du bist nicht offen und leer für das Wunder der Einsicht in das Leben - Jetzt!

Nun - ich empfinde uns selbst oft auch so, auch mich, so voll von Ideen und Vorstellungen.
Dabei ist das Geheimnis des Neuen, nach dem wir uns immer wieder sehnen, dass wir zunächst die Furchtlosigkeit haben, leer und offen, ja frei zu sein.

Erst wenn wir altes Denken lassen, kann neue Einsicht sich zeigen.
Erst wenn wir bisherige Muster verabschieden - kann ein neues "Wie" in uns Fuß fassen.
Und nur, wo wir den Mut haben und die Liebe zum Leben uns überraschen zu lassen vom noch nie da gewesenen - ist die Möglichkeit für das wirklich Schöpferische und Kreative da.

Diese Haltung immer wieder neu und offen zu sein - hat eine Verwandtschaft zu der Kunst des Abschied-Nehmens, von der ich im November geschrieben habe. Zugleich geht es um noch etwas Tieferes.
Wo wir verstellt sind von unseren Erwartungen und Konzepten, unseren "Philosophien" und angesammeltem Wissen, da verstecken wir im Grunde unsere Angst vor dem Leben, seiner Macht und Fülle.
Es ist interessant, dass die vielleicht freiesten Menschen, die jemals gelebt haben, wozu unter anderen, sicher auch Jesus von Nazareth, Gautama der Buddha und viele große andere Frauen und Männer der spirituellen Traditionen gehören, dass diese Menschen wenig geschrieben und festgehalten haben, und dass sie immer wieder durch völlig unerwartete neue Sichtweisen ihre Hörerinnen und Hörer provoziert haben.

Von ihnen, wie auch von Kindern können wir diese Offenheit für das Neue, das Schöpferische lernen, das einen Mut zur inneren Leerheit voraussetzt - zur leeren Tasse eben...

Aus meiner Sicht drückt sich in dieser Haltung eine tiefe Liebe zum Leben aus, fast eine Intimität mit der Wirklichkeit allen Daseins, ja mit dem äußersten und erwachten göttlichen Grund, der alle Dinge durchweht.

In unserer offenen Leere für das wirklich Schöperische in uns und aus der weiteren Wirklichkeit - offenbart sich unsere Vertrautheit mit dem Sein!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen die innere Freiheit zu dieser Offenheit - uns von uns selbst überraschen zu lassen!
Auf dass wir ein von Leben und Wirklichkeit erfülltes Jahr erfahren dürfen...

mit warmen Grüßen Euch allen

Satnam Paulus-Thomas Weber



Worte für unterwegs...

"Die Wahrheit
wird erst geschaut,

wenn das Loslassen
vollzogen ist."

(Paulinus von Nola)