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Und hier unser aktueller Rundbrief:


Willkommen zu unserem Rundbrief März 2019!

Sonnige Grüße aus diesen zur Zeit so lichten Tagen - an der Schwelle von Winter zu Frühling...

Wir leben in einer Alltagswelt, die uns eine solche Flut an Informationen zur Verfügung stellt,

wie wir das vermutlich bisher in unserer Menschengeschichte noch nie hatten.
Damit ist verbunden, dass wir einen leichten Zugang zu enorm viel Wissen und Tagesinformationen haben - auf der einen Seite,
aber auch, dass wir überschwemmt werden von dem "Zuviel" - und dies bisweilen gar nicht so direkt bemerken.

Um uns nicht zu verschließen, um nicht abzustumpfen,
aber auch um uns nicht von jeder neuen Info manipulieren zu lassen, um nicht zu ersticken oder gar handlungsunfähig zu werden,
brauchen wir so etwas wie eine innere Orientierung, ein Lot, das uns die Spur zeigt, auf der wir unser Leben entfalten wollen,
wir benötigen eine Art Kompass, der uns immer wieder auf den zentralen Punkt unserer Selbstwerdung, unserer Einzigartigkeit, unseres Personseins zurückführt.

Dies ist so etwas wie eine innere Weisheit,
oder etwas archetypischer formuliert, eine Art innerer Meister oder innere Meisterin.
Wir kennen diese Kraft - es ist eine klare innere Evidenz, die oft genau da wach wird und unüberhörbar, wo es wirklich um unsere Authentizität geht, wo unsere innere Integrität und Klarheit, unsere wahren Werte zur Debatte stehen.

In dem sehr lesenswerten Buch von dem Neurobiologen und Gehirnforscher Gerald Hüther "Würde - was uns als Einzelne und als Gesellschaft stark macht"
geht dieser auf ähnliche Thematik ein und beschreibt die existenzielle Erfahrung unserer Würde als einen solchen Kompass für die heutige Welt-Stunde.

Wir können aber noch tiefer gehen.
Diese Zentrierung in uns Menschen ist so etwas wie eine innere Unverfügbarkeit. Wohnt doch etwas in uns, eine Art Präsenz, die nicht nochmal unserem Willen unterliegt,
sich nicht bestechen lässt von unseren Wünschen - nichtmal von unseren Schmerzen und Nöten.
Es handelt sich um eine unbedingte Qualität - eine Lichtwirkung des Absoluten, eine Gegenwart des Unendlichen in uns, die uns oft in den schwierigsten Stunden unseres Lebens geleitet.

Können wir dieser inneren Weisheit vertrauen - sie gar kultuvieren?

Nun - ich meine schon. Das Vertrauen erspüren wir selbst im konkreten Umgang damit.
Eine Kultur, von innen her zu leben - anstatt sich von anderen, von Systemen und sog. Sachzwängen leben zu lassen, das lässt sich natürlich unterstützen.
Ich bin überzeugt, dass wir nur gut durch unser Leben zu gehen vermögen, wenn wir in irgendeiner Form in Verbindung sind zu dieser "Mitte" in uns, die die Stimme unseres Wesens, unseres Herzens verkörpert.

Noch mehr - indem wir uns Zeiten des inneren Lauschens nehmen - sei es im alltäglichen Gang der Dinge, sei es an Tagen, wo wir mehr Zeit für uns selbst haben,
indem wir also nach innen lauschen und dies üben, vertiefen wir die Macht solch innerer Orientierung.

Es kann bedeuten in verwirrten Situationen innerlich stille zu werden.
Es kann sein, im Einfachen genügsam zu sein, weil das Haben nicht sättigt.
Es kann auch sein, im gebannten Schweigen von Menschen das eine Wort zu ergreifen, das die Würde eines anderen Menschen schützt oder aufleuchten lässt.
Es kann bedeuten Dein Leben für das eine Wesentliche zu gehen - und Dich nicht im Allerlei und Vielen zu verlieren.

In vielen alten und indigenen Kulturen gelten Menschen, die sich von allem, was auftaucht ablenken lassen, von der Werbung verführen lassen, als nicht in ihrem Zentrum, als "nicht initiiert", was soviel bedeutet wie nicht wirklich erwachsen - also nicht in einem eigenen authentischen Kontakt mit der Wirklichkeit.

Uns allen wünsche ich diesen Mut unbestechlich zu sein und der inneren Spur zu folgen mit aller Liebe zu sich selbst und den Menschen um uns, mit aller Klarheit und Stille, die darin enthalten ist.

In diesem Sinne Euch allen einen lebendigen und erfüllten Frühling.
Satnam Paulus-Thomas Weber



Worte für unterwegs...



"Die eigentliche Reise des Lebens
besteht nicht darin, neue Landschaften und Länder zu finden,

sondern darin, neue Augen zu entdecken,
mit denen wir unser Leben erkennen."

(nach Marcel Proust)