Aktueller Rundbrief


Willkommen zu unserem Rundbrief Januar 2019!


Lieber Satnam



Euch allen von Herzen eine erfüllte Weihnachtszeit und dann einen guten Übergang in das Neue Jahr...

und das soll unser Thema sein heute - wie wir gute Übergänge gestalten in unserem Leben, im Alltag, an der Wende der Jahre und Lebensphasen.

Wir kommen nicht umhin, uns mit der Gesamtheit unserer Geschichte, unserer Biographie, oder auch der Geschichte von uns Menschen im globalen Sinne, zu befassen.
Jede Sicht, die nur einen Aspekt herausgreift - ist zu klein und betrügt uns um die Fülle der Möglichkeiten gelebten Menschseins!

So haben wir mal die Fixierung auf das Alte und Bewährte - und viele von uns lachen vielleicht über diese "Traditionalisten". Zugleich haben wir immer auch selbst diese Tendenz am einmal Errungenen zu haften, es so und nie mehr anders machen zu wollen. Eine festgefahrene Deutung, eine standfeste Meinung über uns oder andere oder eine Situation - trägt diese Züge.

Nun kennen wir auch sehr wohl - gerade in unseren Gesellschaften des Westens - das Fasziniertsein von der Zukunft, vom Möglichen und vom Kommenden.
Hier ist großer Entfaltungsraum - sowohl für Hoffnungen und Visionen, aber auch für Angst und Horror.
Die konkrete Wirklichkeit leistet unseren Ideen hier noch wenig Widerstand - so wird die Zukunft oft zum Tummelplatz einer mentalen Dissoziation vom Wirklichen, vom gelebten und gefühlten Leben.

Also nichts wie hin zum Heute - uns ins Jetzt verwurzeln!
Nun - schon gut, nur das Heute, das ja immer ein gefülltes, erfahrenes Heute ist, lebt aus dem Gewesenen, ist ein gewordenes Heute.
So hängt viel davon ab, wie wir dem Gestern seine Ehre, Würde, Heilung und Raum schaffen - ob das Heute uns frei und offen sein lässt.

Und dies ist nun eine wirklich wunderbare Sache - dass wir zumindest im Jahreswechsel, eigentlich ja auch am Ende jeden Tages, zu Beginn einer neuen Lebensphase usw.,
also dass wir die Chance haben innezuhalten und zurück zu blicken - nein, garnicht zurück - eher tief ins Jetzt, weit in uns, da finden wir die lebendige Frucht des Gewordenen. Das sind wir ja selbst, ist unser Leben, ist unser Fühlen, Lieben und Wissen, sind unsere Freundschaften und unser Daseinsblick.

Können wir dieses Gewordensein spüren - lieben - heimkommen lassen?
Können wir auch den dunklen Räumen des Alten - ihren Ort geben, Anerkennung und Würde?
Können wir das sogenannte Vergangene als präsente Schichten, Aspekte der Fülle des Jetzt erkennen?

Verstehen wir, dass Zeit und Vergehen - auch lediglich eine mögliche Interpretation von Leben ist?
Könnte es sein dass ab einem bestimmten Punkt unseres Lebens alles ganz gegenwärtig ist?

Nun - dies wäre ein wunderbarer, realer und auch schöpferischer Geburtsort für das, was werden will in uns.
Dies wäre ein geradezu magischer Platz in unserem Leben, wo das Alte so heimkommen kann, dass es die Erde des Kommenden sein will.

Und in allem geht es um das größere Leben - das in uns sich ausdrückt und aussprechen will - Jahr um Jahr.

Uns allen wünsche ich den Mut so kreativ, kraftvoll und respektvoll mit unserem einzigartigen Menschenleben umzugehen!

In diesem Sinne Euch allen ein erfülltes 2019.
Satnam Paulus-Thomas Weber



Worte für unterwegs...



"Mündig ist der Mensch
in dem Maße, als er immer wieder den Mut hat,
die Dunkelheiten des Lebens zu durchschreiten
und im Zulassen und Ernstnehmen der verpflichtenden Stille,
in der die Tiefe ihn ruft, bereit wird, die Wirklichkeit dieser Welt
ohne schöne Schleier zu sehen und sie angstlos so auf sich zukommen zu lassen, wie sie ist.

Kraft seiner Seinsverbundenheit weltoffen, geht er dann unverstellt
und unvoreingenommen in jede Situation hinein.

Das Altgewohnte sieht er mit neuen Augen,
ist mißtrauisch gegen sich selbst,
wo immer er sich angekommen wähnt,
hütet sich vor festen Vorstellungen über die Welt, seine Mitmenschen und Gott
und bewahrt sich auch dort, wo er sich in der Welt festlegen musste, die Freiheit,
aus Treue zu seinem Wesen die Bindungen zu lösen, die Schmach einer Untreue auf sich zu nehmen,
Errungenes wieder preiszugeben

und neu zu beginnen."

(Karlfried Graf Dürckheim)


Zurück zur Hauptseite Zum Lesen...